July 19, 2012

Die Feuerwehr der Päpste


Zenit.org: Das schwere Erdbeben in Mittelitalien – in L’Aquila und Umgebung – hat viele Opfer gefordert, Verletzte und Tote. Tausende von Menschen haben ihr Hab und Gut verloren. Die Zahl der Obdachlosen nimmt ein erschreckendes Ausmaß an. Bemerkenswert jedoch ist die Hilfe, die den Erdbebenopfern aus ganz Italien zu Teil wird. Unter den vielen Helfern, die seit Montag in den Abruzzen im Einsatz sind, befinden sich auch Mitglieder der vatikanischen Feuerwehr.

Der Kommandant der vatikanischen Gendarmerie, Dr. Domenico Giani, der in der Vatikanstadt für die Sicherheitsdienste und den Zivilschutz verantwortlich zeichnet, sagte gegenüber Radio Vatikan: „Noch in der Nacht, sobald wir von dieser enormen Tragödie erfahren haben, habe ich mit unseren Vorgesetzten gesprochen, mit Bischof Boccardo und Kardinal Lajolo; wir haben dann das Staatssekretariat informiert... In diesem schmerzhaften Moment haben wir es als unsere Pflicht gesehen, dass auch die Feuerwehr des Vatikanstaates einen Beitrag leistet. Auch wenn der eher symbolisch ist – gemessen am Ausmaß der Katastrophe und der Zahl der Helfer des Zivilschutzes –, wir wollen in dieser großen Not da sein und unsere Hilfe anbieten. Das ist auch eine moralische Unterstützung für die Menschen die leiden – im Namen des Papstes“.

Die Feuerwehrleute des Heiligen Vaters leisten ihren Dienst in der Ortschaft Onna, die durch das Erdbeben fast zur Gänze von der Landkarte gelöscht wurde. Paolo De Angelis, Kommandant der vatikanischen Feuerwehr, berichtete aus Onna: „Die Lage ist katastrophal. Der Ort ist zerstört, allein hier haben die Hilfskräfte 40 Leichen aus den Trümmern geborgen. Wir arbeiten mit den italienischen Feuerwehrleuten zusammen, wir überprüfen die Statik der Häuser, die stehen geblieben sind und begleiten auch die Überlebenden in die Trümmer ihrer Häuser, um in kurzer Zeit und streng überwacht das wichtigste Hab und Gut sicher zu stellen. Die Bevölkerung hat unsere Ankunft als großes Zeichen der Solidarität gewertet. Die Menschen brauchen hier jetzt Trost und Unterstützung jeder Art, ihnen wurde ja alles entrissen. Diese Geste der Solidarität seitens des Vatikanstaates bedeutet für uns sehr viel – persönlich wie beruflich“.

Ulrich Nersinger